Ältere Jahrgangsberichte

Jahrgang 2007

Nach einem sehr "zahmen" Winter begann der Austrieb schon früh. Das ist ein gutes Zeichen, weil alle Sorten optimal ausreifen können, doch für uns bedeutet es sehr hohen Arbeitsaufwand für die Pflege der Weinberge.

Der Frühling verwöhnte die Reben mit einer ausgewogenen Abfolge von Sonnentagen und Niederschlägen, bis hin zu einer äußerst frühen Rebblüte. Unsere Vorfreude auf einen problemlosen Jahrgang wurde jäh getrübt, als Ende Juni schwere Hagelgewitter in manchen Lagen bis zu 70 Prozent der erhofften Ernte zerstörten. In der Folge mussten wir bei der Laubarbeit sehr fleißig sein und die angeschlagenen Trauben entfernen, um die geschädigten Rebstöcke zu entlasten und die Selektionsarbeit während der Lese zu vereinfachen. Im heißen Juli mussten wir darauf achten, die Trauben vor dem gefürchteten "Sonnenbrand" zu schützen, der im Wein unerwünschte Bittertöne hervorrufen kann.

Kurz vor der Ernte schlug das Wetter um: Niederschläge und kühlere Nachttemperaturen - positiv für die Bukettentwicklung - ließen die Natur und auch uns wieder aufatmen, wenn auch für kompakte Sorten wie Chardonnay, Neuburger, Pinot Noir oder St. Laurent ein gewisses Fäulnisrisiko bestand. Die Gefahr ging vorbei und wir konnten mit hohem Aufwand - zwei Erntedurchgänge in jedem Weingarten - kerngesunde, physiologisch reife Trauben ernten.

Schon bald  nach der Gärung zeigten sich die ersten Weißweine mit frischer Frucht und pikanter Säure, die jungen Rotweine kündigten Aromavielfalt an und schmeichelten mit samtigen Tanninen. Nach genügend Zeit für die Entwicklung spiegeln die Weine des Jahrgangs 2007 die lange Vegetationsperiode mit den spannenden, ja kapriziösen Kalt-Warm-Schwankungen spürbar wider - und sie machen große Freude: mit Finesse, Eleganz und Tiefgang.

Jahrgang 2006

Angefangen hat das Weinjahr 2006 gar nicht so gut: Kalt und feucht war der Start in die Vegetationsphase, nass und unfreundlich zeigte sich auch der Frühling, spät und zögerlich erfolgte der Austrieb. Kühles Blütewetter brachte vor allem bei St. Laurent und Spätburgunder eine Störung der Befruchtung, doch dieses so genannte "Verrieseln" machte sich später durch eine lockere Traubenstruktur positiv bemerkbar. Nach einer wahren Aufholjagd hielt uns das Triebwachstum mit der notwendigen Laubarbeit ganz schön auf Trab, mit gezielter Entblätterung der Traubenzone vor allem beim Rotwein. Das strenge Ausdünnen, die rigorose, selektive Ernte und die schonende Weiterverarbeitung des Traubenmaterials in unserem modernen Presshaus haben sich gelohnt. Drei Wochen waren wir mit der Handlese beschäftigt. Das erfreuliche Ergebnis: vollkommen gesunde Trauben als Basis für einen exzellenten Weinjahrgang. Die Rotweine zeigen sich fruchtbetont, körperreich, mit eleganten Tanninen. Die Weißweine präsentieren sich finessenreich und komplex mit pikanter Säurebalance.

Jahrgang 2005

Der Jahrgang 2005 bereitet uns viel Freude, auch wenn es anfangs gar nicht gut ausgesehen hatte. Frost und Kälte prägten die ersten Monate des Jahres 2005. Entsprechend langsam ging es mit Austrieb und Blüte vorwärts, manche Reben zeigten wenig Traubenansatz. Der Sommer versäumte seinen Auftritt, an seiner Stelle machten sich hartnäckige Regenfälle breit. Profitiert hat zwar der Boden von der Feuchtigkeit, doch im September drohten Fäulnisschäden, vor allem bei engbeerigen Trauben. Anfang Oktober wagte sich die Sonne hervor und die Reife konnte aufholen. Doch immer wieder mussten faule Trauben ausgesondert werden, um die Ernte nicht zu gefährden. Gerade beim Rotwein ist es wichtig, nur ganz gesundes Material zu verwenden. Die gewaltige Mehrarbeit war auch mit großem Mengenverlust verbunden, doch die Mühe hat sich gelohnt. Die Weißweine brillieren mit einer Vielfalt an Frucht und Würze, sie sind mit pikanter Säure ausbalanciert, wirken beschwingt und animierend. Die Roten zeigen sich vorerst etwas leichtgewichtiger als die meisten Vorgänger, doch sie punkten mit Fruchtcharme und feinem Aromenspiel.

Jahrgang 2004

Das wechselhafte Jahr 2004 begann mit ausgiebigen Niederschlägen, die unseren Rebstöcken nach dem Hitzejahr 2003 Erholung brachten. Feucht-kühl ging es weiter, was den Austrieb verzögerte. Auch auf die Rebblüte mussten wir warten, denn die Sonne war im Mai und Juni ziemlich zurückhaltend. Teilweise sorgte starker Regen für "natürliche" Ertragsbeschränkung. Kühl und regnerisch war auch der Juli, doch auf einen sonnigen August folgte ein ebenso schöner September, der mit niedrigen Nachttemperaturen die Aromaausbildung begünstigte. Die früh reifenden Sorten konnten wir rechtzeitig vor dem großen Regen einbringen. Da wir auf sorgfältige Arbeit im Weingarten geachtet hatten, war die Qualität zufrieden stellend. Bei guter Reife und genügend Extrakt entwickelten sich ausgewogene Weißweine mit viel Sortencharakter - speziell der Traminer profitierte vom Zusammenspiel aller Bedingungen. Bei den Rotweinen konnten die Wetterkapriolen den Sorten Zweigelt, St. Laurent und Spätburgunder nichts anhaben, sie präsentieren sich elegant, vielschichtig und aromatisch.

Jahrgang 2003

Heiß war's im ersten Halbjahr 2003, schon knapp nach Ostern stieg die Temperatur rasant, und abgesehen von einer kühleren Woche im Mai hielt die Hitzewelle vier Monate an. Im nahen Wien waren die Winzer von schweren Hagelschäden betroffen, doch die Blütezeit verlief unproblematisch bei trockenem, warmem Wetter. Der fast niederschlagsfreie Sommer brachte einen raschen Vegetationsvorsprung, auch wenn junge Reben etwas unter der Trockenheit zu leiden hatten. Auf Grund der südlichen Klimabedingungen mussten wir bei der Laubarbeit mehr Blätter an den Reben lassen als in anderen Jahren, um die heranwachsenden Beeren vor Sonnenbrand zu schützen. Ende August schlug das Wetter um und die Temperatur sank um mehr als 10 Grad. Dank eines sonnigen "Altweibersommers" mit kühlen Nächten entwickelten sich die Trauben besonders bei den kräftigen roten Sorten wie Cabernet Sauvignon einfach perfekt. Das erfreuliche Ergebnis sind farbintensive, füllige, extraktsüße Rotweine mit viel Frucht- und Aromafülle und gehörigem Potenzial.