Jahrgangsbericht 2009

Jahrgang 2009 - ein würdiger Vertreter der legendären 9er Jahre

Machen wir einen Blick in die österreichische Weingeschichte: Die Natur beschenkte die Winzer mit dem Jahrgang 1959 in ganz besonderer Art: mit ausgezeichneten Weißweinen und exzellenten Süßweinen. 1969 gab es noch eine Steigerung: Der üppigste Botrytis-Jahrgang des Jahrhunderts ließ höchste Prädikatsweine zu. Der Jahrgang 1979 wird als "Geburtsstunde" großer Rotweine in Erinnerung bleiben: Für uns persönlich ist damit der Blaue Spätburgunder als höchstprämierter österreichischer Rotwein verbunden, auf den wir natürlich sehr stolz sind! 1989 war wieder ein Jahr für die Süßweinspezialisten, und 1999 zeigte sich als wahrer "Allrounder". Was erwartet uns also mit dem 2009er? Kann er in dieser Klasse mitspielen? Wir glauben schon.

Der Winter brachte einige "Wärmeperioden", unterbrochen von "Eiszeiten". Dann wurde das Wetter wankelmütig, zuerst ordentlich nass: mit dem feuchtesten März, seit es meteorologische Aufzeichnungen gibt, gefolgt von einem warmen, trockenen April und einem gar nicht "wonnigen" Mai mit viel Kälte und Regen, gebietsweise sogar Hagel. Insgesamt bescherte uns der Frühling eine wahre "Wachstumsexplosion". Nach dem Ausbrechen überschüssiger Triebe wurden erste Arbeiten durchgeführt, um einen lockeren Aufbau der Laubwand vorzubereiten. Die Rebblüte begann am 30. Mai und wurde durch einen Kälteeinbruch Anfang Juni kurz unterbrochen. Nach einer alten Faustregel sollte die Ernte etwa 100 Tage nach der Blüte beginnen. Bis dahin gab es aber noch viel zu tun, zunächst das Einstreifen der Triebe in den Drahtrahmen und das Entblättern der Traubenzone.

Ein Sommer der Extreme wird uns lange in Erinnerung bleiben. Der Rebstock benötigt zwar Feuchtigkeit in der Vegetationsperiode, doch heuer war es viel zu nass und deutlich zu warm (so kommentierten die Meteorologen). Der Juli bot ein besonderes Schauspiel: mit Hitzeperioden und Katastrophenalarm, denken wir nur an das "Weltuntergangs-Unwetter" am 23. Juli. Nach diesen Wetterkapriolen konnten wir die Weinlese am 15. September bei "Bilderbuchwetter" beginnen. Nach zwei arbeitsreichen Wochen war der erste Durchgang abgeschlossen, unser Weingartenteam war voll im Einsatz, um die Trauben der früher reifenden Sorten sorgfältig händisch zu ernten. Nach einer zweiwöchigen Pause setzten wir Anfang Oktober mit den wertvollen Rotweinsorten Cabernet Sauvignon und Merlot fort.

Die ausgezeichnete Traubenreife bot beste Voraussetzungen für einen Nachfolger der legendären 9er-Jahrgänge. Die Weißweine vereinen hohe Reife, füllige Frucht, finessenreiche Säure und dichte Struktur. Die Rotweine präsentieren sich mit konzentrierter Farbe, extraktsüßer Frucht und reifen Tanninen. Wie sich die Weine dieses besonderen Jahrgangs weiterentwickeln, erwarten wir mit Spannung - und wir freuen uns, wenn Sie unsere Weine auf diesem Weg begleiten!